
Zentraler Top der Gemeindevertretung war der geplante Anbau an die „Alte Schule“.
Diesem Antrag wurde mehrheitlich durch Stimmen der Wählergemeinschaft entsprochen.
Die SPD-Fraktion, die immer bei der Dorfentwicklung mitwirkte und eine bauliche und energetische Erneuerung nach wie vor auch mittragen würde, hält die angestrebte Erweiterung allerdings zur Zeit für nicht finanzierbar.
Sich so weit aus dem Fenster zu lehnen, ohne angemahnte Haushaltkonsolidierungen vorzunehmen, könnte für Idstedt in Zukunft fiskalisch unangenehm werden.
Mit den angedachten 1,2 Mill. Euro wird da eine Grenze überschritten. Vor allem dann, wenn man an die weiteren beschlossenen Projekte denkt. Eine neu ins Amt gewählte GV wird über Fortführung der Maßnahmen wohl endgültig entscheiden müssen.
Das vom Bauausschuss empfohlene Quartierkonzept fand leider keine Mehrheit in der GV. Der Hinweis, man könne die Thematik in ferner Zukunft noch einmal aufgreifen, schiebt die Erarbeitung eines Eintritts in die kommunale Selbstversorgung nur auf die „lange Bank“. Jeder sollte individuell für seine Immobilie planen, hieß es. Eine gemeinsame Konzeption anzuvisieren, wie es andere Gemeinden schon tun, ist damit erst einmal vom Tisch.
Jetzt, nachdem eine kommunale Wärmeenergiekonzeption dringender den je geworden ist, ein Trauerspiel. Alle Bürger*innen, auch die GV, brauchen eine solche Planungsgrundlage, um in Zukunft konzeptionsgerecht handeln zu können.


In einem weiteren Top ging es um die Entsorgung des Abwassers nach Schleswig (SL). Die Schleswiger Stadtwerke werden eine Leitung von Idstedt nach SL bauen lassen. Darüber wird dann im Verbund mit Neuberend unser Abwasser fließen. Die Kosten dafür werden durch eine Erhöhung der Abwassergebühren finanziert.
Von jetzt 3,97€ wird sich der Preis womöglich auf 5,25€ erhöhen. Das sind bei einer Abwassermenge von ca. 100qm zusätzliche 128€/Jahr. Wann wir Idstedter danach auch in den Genuss der Beiträge in SL kommen, steht in den Sternen. Auch wenn die dadurch sich bessernde Wasserqualität des Idstedter Sees zu begrüßen ist, wird es für uns alle zu einer teuren Angelegenheit werden.
Zuvor hatte der Wasserverbandsvorsitzende Mattsen über die Lage der Wasserversorgung aus Süderfahrenstedt berichtet. Der Verband strebt eine autonome Energieversorgung der Versorgung an. Die Ursache für die Erhöhung der Nitratwerte in einigen Brunnen wird noch geklärt. Man kann das Wasser aus der Leitung nach wie vor trinken.
Zum Abschluss erklärte der Bürgermeister, dass er und weitere Mitglieder der Wählergemeinschaft nicht mehr zur Wiederwahl antreten werden. Seine Drohung, wenn sich niemand zur Bürgermeisterin zukünftig wählen lassen würde, dass dann eine vom Amt insignierte Person eingesetzt wird, verhallte ohne Resonanz.


